Pressestimmen

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Allgemeine Zeitung, 04.09.2019

 …ein buntes Feuerwerk wunderbarer Klezmermusik und die Ausstrahlung zweier herausragender, lebensfroher Musiker …
…Almut Schwab spielt mit Leidenschaft und körperlichen Einsatz Akkordeon, ein wunderschönes Instrument aus Holz. Aber sie greift auch immer wieder zum eigens für sie gebauten Hackbrett und zu ihren Querflöten.
Am Marimbaphon, Vibraphon und den Trommeln ist der 1994 in Stuttgart geborene Jan Köhler virtuos zu Hause. Mit unglaublicher Geschwindigkeit schlägt er mit vier Schlägeln die Holzstäbe an. Er und Almut Schwab kreieren gemeinsam eine ausdrucksstarke und ungewöhnlich klingende Musik…
Margit Dörr

 

 

 

 



Heimatpflegeverein Blaues Ländchen und Stadtmühle: perfekte Kooperationspartner

 

St. Goarshausen. Die perfekte Partnerschaft zwischen der Galerie Stadtmühle und dem Heimatpflegeverein Blaues Länddchen zeigte sich erneut beim Konzert vom „Duo Adafina“ am 17. August 2019. Zahlreiche Gäste aus Nastätten und Umgebung erlebten mit Begeisterung diese außergewöhnliche musikalische Darbietung.

Wer hätte geahnt, wie wohltuend und bekömmlich Eintopf sein kann? Zumindest „Adafina“, der traditionelle Shabbat-Eintopf der jüdischen Bevölkerung in Spanien. Von ihm hat sich das „Duo Adafina“ inspirieren lassen, das auf der ungewöhnlichen „Bühne“ der Galerie Stadtmühle Begeisterungsstürme auslöste.

Professor Siegbert Sattler, der zuvor interessierte Gäste durch die riesige ehemalige Stadtmühle von St. Goarshausen und die ausgedehnten Atelier -und Schulungsräume seiner Frau Evelyn geführt hatte, begrüßte in der einstigen katholischen Pfarrkirche ein erwartungsfroh gestimmtes Publikum, darunter liebe Gäste aus Kamp-Bornhofen und die Kooperationsfreunde vom Heimatpflegeverein Blaues Ländchen. Angesichts der ungewöhnlichen Menge an Equipment stellte er die unkonventionellen Instrumente des Duos vor: Marimbaphon, Vibraphon und Percussion, dazu ein „Hackbrett“, mehrere Flöten und ein wertvolles italienisches Akkordeon „Brandoni“.

Die beiden quirligen Musiker Almut Schwab und Jan Köhler hatten zwar auch afroamerikanische Musik, barocke Klänge und mitreißenden Tango in ihrem „Eintopf“, doch beherrscht wurde der musikalische Abend von tiefschürfenden Einblicken in die jüdische Klezmermusik. Diese bot ein breites Spektrum von ausgelassener Fröhlichkeit bis zu innigem Gebet und zu Herzen gehender Trauer. Mit „Kräutern der Provence“ veredelt durfte der Zuhörer die ganze Bandbreite dieser Volksmusik kosten. Almut Schwab erwies sich als Meisterin am Akkordeon, aber auch mit Flöten und ihrem hochsensiblen Hackbrett. Und Jan Köhler war ihr, mit vier Klöppeln in beiden Händen „bewaffnet“, ein kongenialer Begleiter mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen und stürmischem Temperament.

Um während der Pause ein Glas Rheinwein genießen zu können, beantworteten die beiden Künstler schon während ihres Auftritts vermutliche Publikumsfragen. Man erfuhr nicht nur mehr über ihre Instrumente, sondern auch über persönliche Erlebnisse, die ihre Musik prägten. Da gab es einen Abend in einer finnischen Sauna weit nördlich des Polarkreises und Impressionen an der Klagemauer in Jerusalem. Beide spielten bereits zusammen in Israel und lieben die jiddische Sprache. Sie setzten die Schrecken des Holocaust ebenso in Musik um wie den ausgelassenen „Schwiegermuttertanz“. Aus der Sammlung von Almuts bayerischem Urgroßvater stammt „Der dicke Gustav spielt Tuba“.

Nach der Pause servierten die Beiden Impressionen über Erlebnisse in Jerusalem: die Altstadt mit ihrem Vielvölkergemisch, die Klagemauer, Menschen. Jüdische Musik in Südamerika schloss sich an. Das Duo entführte den Zuhörer in die anatolische Steppenlandschaft, bot eine jüdisch-türkische Impression über die Auswanderung, und Almut Schwab entlockte einer winzigen Querflöte aufregende Tonfolgen.

Als Nachtisch servierte das Duo Klänge aus Mazedonien, die das Publikum begeistert ergänzte: „Olalala“. Und dann gab es noch wegen des frenetischen Beifalls einen pointenreichen elegischen „Schlummertrunk“, der das Festmahl perfekt machte.

Winfried Ott

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


 

Klezmer modern interpretiert


https://www.badische-zeitung.de/kippenheim/musik-ueberwindet-spielerisch-grenzen


DUO ADAFINA BEGEISTERT

 

Einen sehr schmackhaften musikalischen Eintopf servierte jetzt das „Duo Adafina“ in der Alten Synagoge in Einbeck. Die Würze bestand wie versprochen aus der ungewöhnlichen Klang-Kombination von Klezmer, Tango, afro-amerikanischer und barocker Musik. Hinzu kam die nicht gewöhnliche Instrumenten-Kombination, die Almut Schwab (Akkordeon / Flöten / Hackbrett) und Jan Köhler (Marimbaphon / Vibraphon / Percussion) aus Mainz mitgebracht hatten. Die Besucher im gut gefüllten Saal der Alten Synagoge genossen die musikalischen Delikatessen mit Geschmacksexplosionsgarantie und entließen das Duo erst nach mehreren Zugaben.

Benannt ist das Duo Adafina nach dem traditionellen Shabbat-Eintopf der Spanisch sprechenden Juden. Überraschend kombinierte das Duo beispielsweise Johann Sebastian Bachs „Siciliana“ mit Klezmer und Tieftrauriges mit jauchzend Fröhlichem. Jan Köhler zeigte, dass man zur Stimmerzeugung in die Glocken des Marimbaphons auch hineinpusten kann und damit ganz außergewöhnliche Töne produziert. Was Almut Schwab aus Hackbrett und Flöten herausholte, vom Akkordeon ganz zu schweigen, begeisterte. Der Vorsitzende des Fördervereins Alte Synagoge, Frank Bertram, dankte dem Duo unter dem Applaus der Zuhörer für einen mitreißenden Nachmittag.

Almut Schwab

Jan Köhler


Rotraut Freifrau von Stromer von Reichenbach-Baumbauer,
Stromersche Kulturstiftung, 25.04.2018

Am Sonntag, 22.4. bei schönstem Sonnenschein konnten die zahlreich erschienenen Zuhörer einem ganz besonderen Konzert im Burghof von Burg Grünsberg zu hören. Adafina, benannt nach dem Sabbateintopf der sephardischen Juden, in Duo-Version, brachte jüdische Musik, argentinische Tangos, das Siziliano aus Bach´s Es-dur-Flöten-Sonate, aber auch afro-amerikanische Rhythmen, in hoher Vollendung dar.

Almut Schwab spielte meist auf ihrem wunderbaren Akkordeon, brachte aber auch Querflötenstücke und Stücke auf dem Hackbrett. Ihr Duo-Partner Jan Köhler hatte nicht nur sein Marimbaphon mitgebracht, sondern er bediente noch sein Vibraphon und seine Trommeln.

Es war erstaunlich, was die beiden aus ihren Instrumenten holten; bis jetzt hatte ich es noch nicht erlebt, dass man in die Glocken des Marimbaphons zur Stimmerzeugung auch hineinpusten kann (gibt wundervolle „samtige“ Töne voller Volumen.)

Und was Frau Schwab mit ihrer Querflöte anfing, versetzte mich vollends in´s Erstaunen. Ganz zu schweigen von Tremolo und Flatterzunge sang sie auch hinein beim Spielen oder verwendete die Klappen perkussiv, schnelle Läufe und irre Sprünge wechselten sich ab mit getragenen Tönen. Und dazu versprühte sie eine Leichtigkeit und einen Charme, dass es eine wahre Freude war, ihr zuzuhören und zu –sehen.

Als Moderation zwischen den Stücken erklärte Frau Schwab jeweils, -zum Teil in perfektem Jiddisch-, wo das Stück herkam, zu welcher Gelegenheit es gespielt wurde und was es bedeutete. Und wie bei einem guten Eintopf war auch für jeden Geschmack ein Stück dabei. Am erschütterndsten allerdings war das Stück vom „einsamen Kind“, das im KZ geschrieben worden war.

Damit die fröhliche Stimmung nicht allzu sehr zerstört wurde, ließen Schwab und Köhler ganz schnell einen fröhlichen Hochzeitstanz aus dem Schtetl „Odessa bulgarisch“ folgen, wie bei den jüdischen Musikern seinerzeit ja auch Tieftrauriges neben total Heiterem lag.

Das Publikum entließ die beiden Künstler nicht, ohne ihnen noch einige Zugaben abgeschmeichelt zu haben.


Potsdamer Neueste Nachrichten, 01.08.2016

„Die Stücke funktionieren auch ohne Klarinette. „Adafina“ weiß, wie sie die richtige Mischung aus Technik und Emotion einsetzen kann. Und immer war die wunderbare Farbigkeit der Instrumentationen zu bewundern. Da hörte man beispielsweise Wehmütig-Schwermütiges und Tieftrauriges in dem Lied des einsamen Jungen, der in einem osteuropäischen Ghetto für Juden leben muss, Fröhlich-Tänzerisches sowie Übermütiges gab es zur jüdischen Hochzeitsfeier. Dafür hatte man unter anderem den Odessaer Bulgar, einen feurigen Rundtanz, parat. Witziges, Ironisch-Sarkastisches traten beim „ärgerlichen Tanz“ zweier rivalisierender Schwiegermütter während eines Hochzeitsfestes zutage. Das Konzert präsentierte ein Auf und Ab der Gefühle, dem man sich gern anschloss.

Adafina kam nicht nur mit Klezmer, der seit dem 15. Jahrhundert im osteuropäischen Judentum entstanden ist, nach Potsdam, sondern auch mit vielfältiger Musik, die die Juden auf ihren oftmals unfreiwilligen Reisen durch die Kulturlandschaften der Welt kennenlernten. So den argentinischen Tango, den afroamerikanischen Volkstanz Milonga oder auch die barocke Klangwelt Johann Sebastian Bachs. Wichtig scheint ihnen zu sein, dass die Aussagekraft, die Atmosphäre, die Freude am Musizieren die Zuhörer erreicht. Der Respekt gegenüber den unterschiedlichen Musikkulturen war offenkundig.

„Adafina“ kochte keinen faden Eintopf, sondern einen, der mit allerlei Überraschungen aufwartete, wohlschmeckend und der zur immer neuen Rezeptur empfohlen wird. Vor einem bloßen Aufwärmen muss einem nicht bange sein. Die Freitagabendmusik-Zuhörer in der Friedrichskirche genossen sichtlich das Konzert und spendeten langanhaltenden Applaus.“